Sustainability and Brands

Insight

Die Bedeutung von Nachhaltigkeitskommunikation für Marken

Das Thema Nachhaltigkeitskommunikation prägt seit einiger Zeit unseren Arbeitsalltag. Folgend lesen Sie ein Interview, mit Dr. Thomas Melde, Geschäftsführer unseres Partners akzente, mit dem wir für Marken, wie z.B. Scout24 und Paulaner spannende Projekte in diesem Bereich umsetzen.

„Mit dem Thema Nachhaltigkeit nicht umzugehen, kann sich heute keine Marke mehr erlauben.”

Dr. Thomas Melde, Geschäftsführer akzente kommunikation und beratung GmbH

loveto Welche Treiber sehen Sie im Bereich der Nachhaltigkeitskommunikation und in welchen Dimensionen werden diese durch Sie gespielt?

Thomas Melde Unternehmen sehen sich mit zunehmenden Transparenz- und Rechenschaftspflichten konfrontiert. Kunden, Mitarbeiter, NGOs, der Kapitalmarkt und auch der Gesetzgeber erwarten Informationen über die ökologischen und sozialen Auswirkungen ihrer Geschäftsmodelle, Wertschöpfungsprozesse und Produkte. Wir unterstützen sie, diese Auswirkungen zu verstehen, die daraus resultierenden Handlungsnotwendigkeiten zu verstehen und beides zielgruppenadäquat zu kommunizieren. Dabei kommt es auf zwei Dinge besonders an: Substanz und Glaubwürdigkeit.

loveto Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeitskommunikation innerhalb der Unternehmenskommunikation und welche Auswirkungen hat das Thema auf die Marke?

Thomas Melde Mit dem Thema Nachhaltigkeit nicht umzugehen, kann sich heute keine Marke mehr erlauben. Man muss aber gut unterscheiden zwischen der Markenpositionierung einerseits und der Absicherung vor Reputationsrisiken andererseits. Wovor sich Marken hüten sollten, ist ein leichtfertiger Umgang mit dem mittlerweile fast inflationär gebrauchten Nachhaltigkeitsbegriff. Marken, denen es gelingt, ihren ökologischen oder sozialen Mehrwert klar herauszuarbeiten, werden es künftig leichter haben.

loveto Wie hat sich das Thema in den letzten Jahren entwickelt?

Thomas Melde Wir beschäftigen uns nun fast 25 Jahre – seit dem Weltgipfel in Rio de Janiero – mit Nachhaltigkeit. Anfangs war es vor allem für Blue Chips relevant. Aktuell erlebt es eine neue Konjunktur: drohende Ressourcenengpässe, soziale Ungleichheiten und ökologische Krisen lassen die meisten Unternehmen verstehen, dass ihre Zukunftsfähigkeit davon abhängt, wie sie mit diesen Herausforderungen umgehen. Damit ist Nachhaltigkeit zu einer Kernaufgabe in allen Geschäftsprozessen und nicht allein im Marketing geworden.

„Um mit seinen Kunden und Anspruchsgruppen sinnvoll über Nachhaltigkeit sprechen zu können, muss man wissen, wo man steht und wo man hin will.”

Dr. Thomas Melde, Geschäftsführer akzente kommunikation und beratung GmbH

loveto Welche Herausforderungen begegnen Ihnen aktuell immer wieder in Projekten?

Thomas Melde Die größte Herausforderung besteht darin, die eigenen Auswirkungen zu verstehen, zu messen, die relevanten Informationen in der Wertschöpfungskette zusammenzutragen und daraus ein kohärentes, unternehmensindividuelles Nachhaltigkeitsbild zu zeichnen. Es ist so einfach wie essentiell: Um mit seinen Kunden und Anspruchsgruppen sinnvoll über Nachhaltigkeit sprechen zu können, muss man wissen, wo man steht und wo man hin will. Standards können dabei helfen, ohne klare Ziele wird es nicht funktionieren.